LGS-Bürgerwerkstatt am 30. März 2016: Keine neuen Informationen, viele Wünsche, aber keiner redete von den Kosten – Von Wolfgang Wörner

Gerade mal 60 bis 70 Personen waren bei der Bürgerwerkstatt „Landesgartenschau“ (LGS) am 30. März  im Rathaus, wovon sicher mindestens 10 den Organisatoren zuzurechnen waren. Und wahrscheinlich hatten alle Recht, die nicht gekommen waren, denn es gab keinerlei wesentlichen Neuigkeiten zu hören.
Im Folgenden finden sich einige Aussagen der Veranstaltung, die ich in grüner Schrift kommentiere.
Landesgartenschau-Planerin Andrea Gebhard zeigte in ihrem Eingangsbild die Nachhaltigkeit der LGS:
Nachnutzung
 Regionale Produkte / Gastronomie: In Deggendorf und Rosenheim war das Catering an Fachfirmen aus den neuen Bundesländern vergeben.

ÖPNV: Leider ohne jegliche konkrete Aussage.
Radwegenetz: Auch hier keine Aussage.
lokale Firmen berücksichtigen: Es muss (!) europaweit ausgeschrieben werden.
Schutz der naturnahen Flächen: Ob der Auwald bei 700.000 Besuchern geschützt werden kann, ist anzuzweifeln.
Im Folgenden zeigte Frau Gebhard viele Bilder und Skizzen, die aber alle nur sehr kurz zu sehen waren, so dass es schwierig war, sich auf den Skizzen zu orientieren.
Erfreulich war, dass vom Karl-Theodor-Platz diesmal ein Sommerfoto mit grünen Bäumen zu sehen war, zusätzlich zum bekannten „Schneematsch-Foto“.
Aussage von Frau Gebhard: „ Die Salzmanninsel ist erworben“ Das ist definitiv nicht richtig, die Privathäuser gehören nicht der Stadt, zudem wissen wir von Schrebergartenbenutzern, dass OB Kegel ihnen zugesichert hat, dass die Schrebergärten bleiben.
Frage ans Publikum. Was wünschen Sie sich am Karl-Theodor-Platz?
Ein Bürger: „Sudhaus wieder aufbauen“. Dritte Bürgermeisterin Frau Wiesholler-Niederlöhner, die die Veranstaltung leitete, freute sich und sagte, im Rahmen von ISEK wurde das auch schon besprochen. Ich war auf allen öffentlichen ISEK-Bürgerwerkstätten, da habe ich nichts hiervon gehört.
Andere Bürger: „Man könnte eine Markthalle aufbauen oder ein Hotel.“ Für ein Hotel hat sich in Traunstein seit Jahren kein Investor gefunden, wegen zu erhoffender guter Auslastung während 6 Monaten LGS baut keiner ein Hotel.
Frau Wiesholler-Niederlöhner wies dann richtig darauf hin, dass ein Wiederaufbau des Sudhauses mit der LGS nichts zu tun habe.
Frau Schultes von Trepl Hörgeräte: „Meine älteren Kunden wollen nicht in einer Tiefgarage parken.“ Antwort Frau Wiesholler-Niederlöhner: „Viele  Bürger wollen große Parkplätze, das muss man in der Tiefgarage berücksichtigen.“ Wenn die Parkplätze größer und breiter werden sollen, dann wird die Tiefgarage weniger Stellplätze haben. Das bedeutet weniger Einnahmen und es dauert noch länger, bis die Schulden zurückgezahlt sind.
Ein Bürger: eine Tiefgarage in der Au ist nicht mehr zeitgemäß und rausgeschmissenes Geld – was ist mit dem Parkhaus Scheibenstraße? Antwort Herr Haider: „ Das Parkhaus Scheibenstraße ist das bestausgelastete, aber in erster Linie mit Dauerparkern“.
Herr Klein wünscht sich Wohnmobil-Stellplätze mit Versorgungseinrichtung am Rande des Karl-Theodor-Platzes.
Herr Haider sagte, dass die Mehrheit des Stadtrats keine reine Grünfläche auf dem Karl-Theodor-Platz wünscht, sondern eher ein Hotel oder Gastronomie auf Teilflächen. In der Bewerbungsbroschüre für die LGS steht auf Seite 31: …einen öffentlichen Park auf dieser Fläche zu gestalten. Der Karl-Theodor-Platz ist Kernfläche, Abweichungen vom Konzept gefährden die Förderung.
Herr Spar wies darauf hin, dass in der Salinenstadt verrohrte unterirdische Wasserläufe sind.
Ein Bürger fragte nach Alternativen zu Tiefgarage. Frau Gebhard: Bei ISEK sind Alternativen betrachtet worden, aber die Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz bekam die meisten Punkte. Auch von diesem ISEK-Ergebnis höre ich hier zum ersten Mal.
Nun wurden die Bürger gebeten, zu den Flächen an der Traun Wünsche zu äußern.
Eingangs schlug Frau Gebhard vor, die Gebäude auf der Salzmanninsel zu entfernen und zeigte einen Plan einer Salzmanninsel ohne Bebauung. Die Gewerbebetriebe haben verlauten lassen, dass sie die Stadt verlassen werden (Arbeitsplätze sind weg) und die Wohngebäude sind im Privatbesitz.
Eine Bürgerin wünscht sich Sandplätze mit Slicklines an der Traun.
Herr Vogtmaier schlägt vor, dass man etwas für Radtouristen und Einheimische tun könnte: Kaffeetrinken, entspannen, ein Treffpunkt und ein legaler Grillplatz: Super-Idee, aber hierfür braucht man keine LGS.
Ein Anwohner: Eine Beach-Bar wie in der Feldwies.
Darauf eine Anwohnerin: Bitte alles das weit weg von der Wohnbebauung.
Im Anschluss daran stellten die Organisatoren der „Welle“ ihr Projekt einer Surfwelle unterhalb des kleinen Kraftwerks südlich der Salzmanninsel vor.
 Kleine Lösung: Zugang zum Kanal an dieser Stelle, keine Kostenschätzung. Super-Sache, aber für die Welle gibt es keine LGS-Fördergelder. Warum also bis 2022 warten?
Große Lösung: die Idee einer Art Surfpark; aber die Planer haben in der Veranstaltung bekannt gegeben, dass er an der vorgesehenen Stelle nicht realisierbar ist, da ein Privatgrundstück überplant wurde.
Die Veranstaltung wurde bereits nach 80 Minuten beendet.
Mein Fazit: Zum dritten Mal wurden die Bürger um Ideen gebeten. Die Ideen waren kreativ, hatten aber teilweise mit der LGS nichts zu tun und wären auch ohne LGS realisierbar. Über Kosten wurde bei keiner der Ideen gesprochen. Man möge immer bedenken, dass es im Rahmen der LGS maximal 3,6 Millionen Euro Zuschüsse für alles zusammen gibt und dass alle zusätzlichen Wünsche über die bereits eingeplanten 16.5 Millionen Euro Investitionen hinaus keine zusätzlichen LGS-Fördergelder bringen können.
Enttäuschend war auch dass keine neuen Informationen (zum Beispiel wo das Volksfest in Zukunft sein soll) oder Kostenschätzungen gebracht wurden.