Leserbrief und Stellungnahme zum Artikel „Miller greift LGS Gegner massiv an“ – Von Rüdiger Funk

Gezielte Empörung zur Diffamierung
Eigentlich ging es um einen Bericht über die Veranstaltung der Freunde der LGS mit dem Baudezernenten der Stadt Rosenheim, Herrn Cybulska, der plastisch die wunderbaren Segnungen der LGS in Rosenheim im Jahr 2010 herausstellte.
Offenbar hat der örtliche Zeitungsverleger, Herr Thomas Miller, gleichzeitig Vorsitzender der Werbegemeinschaft Traunstein und Vorstandmitglied der Freunde der LGS – also jemand, der durchaus ein sehr persönliches Interesse an einer LGS haben kann –  diese Veranstaltung sehr gezielt für eine Attacke genutzt, die er dann auch noch reißerisch ausschlachtete.
Was war die Vorlage? Helga Mandl, eine der Sprecherinnen des Aktionsbündnisses gegen die LGS 2022 in TS hatte einer Fachzeitschrift für Busunternehmer ein Interview gegeben. Dieses Interview garnierte eigentlich nur einen Artikel, in dem es unter dem Titel „Kostspieliges Grün“ um Gartenschauen generell ging. In dem Interview stellte Frau Mandl Tatsachen dar, die gegen eine LGS in Traunstein sprechen: die hohen Kosten, das finanzielle Leichtgewicht Traunstein (das sich nicht im Mindesten mit Rosenheim vergleichen lässt), die ausgesprochen geringe Bettenzahl und die absehbaren Probleme mit Parkflächen vor allem für Busse. Sicher kann man diese Tatsachen auch anders bewerten als Frau Mandl dies tut, aber sie ist ja nicht die Marketingfrau der Freunde der LGS.
Was aber macht Herr Miller daraus? Er stellt das Interview so dar, als sei es eine Anti-Werbung gegen Traunstein. Sie rücke die Stadt bei den Busunternehmern in ein schlechtes Licht. Was meint er da nur? Die Erwähnung, dass die Stadt nur fünf Beherbergungsbetriebe mit 195 Betten habe? Aber dazu brauchen die Busunternehmer Frau Mandl gar nicht, sondern müssen sich lediglich offizielle Statistiken und Unterlagen anschauen. Darauf aber eine Aussage zu gründen: „Geschäftsschädigender kann das für unsere Stadt und die Region nicht sein!“ ist eine durch nichts zu begründende Unverschämtheit. Doch hier bleibt sich Herr Miller zusammen mit anderen Freunden der LGS treu: Immer wieder wird in Richtung der Vertreter des Bürgerbegehrens gemahnt, man solle doch fair bleiben in der Diskussion und Auseinandersetzung. Gleichzeitig hat man bei dieser Mahnung die eigenen Ohren bis zur Taubheit zugestopft. Herr Miller hat den Zeitpunkt seiner völlig unangemessenen Tirade sehr bewusst gewählt: im Rahmen einer Veranstaltung für die LGS vor großem, seiner Meinung sehr zugeneigtem Publikum und der Gegenseite ja keine Gelegenheit geben, die Faktenverdrehungen gerade zu rücken.
Und dann dreht er noch auf: „In einer wichtigen bundesdeutschen Reise-Fachzeitschrift negativ Stimmung zu streuen, damit ja niemand auf die Idee kommt, dass Traunstein doch eine Reise wert sein könnte …“ ist ein Satz bei dem man sich fragen muss, ob Herr Miller das Interview und den Hauptartikel überhaupt gelesen hat. Dem Huss-Verlag, in dem die Zeitschrift „busplaner“ erscheint, wird es nicht unrecht sein, wenn seine mit einer Auflage von 7.300 (davon 6.700 Freiexemplare) nun wahrlich nicht dominierende verbandsunabhängige Fachzeitschrift derart aufgeblasen wird, dass von einem kleinen, unscheinbaren Interview Negativwellen über Traunstein hinwegschwappen. Herr Miller sollte von seinem beruflichen Hintergrund her wohl besser wissen, dass sich solche Stimmungsmache und Hetze (und so empfinde ich die Auslassungen) nichts im Rahmen eines demokratischen Willensbildungsprozesses zu tun haben.
Aber um diesen demokratischen Entscheidungsprozess scheint es ihm und anderen starken Befürwortern der LGS in der heißen Phase der Meinungsbildung nicht mehr zu gehen. Der Artikel resümiert die verdrehten Darstellungen mit dem Satz: „Damit habe das Aktionsbündnis sein wahres Gesicht gezeigt.“ Das ist auch groß in dem Untertitel zu lesen. Was er damit wohl meint?
Ich frage mich schon lange, was das wahre Gesicht einiger prominenter Befürworter der LGS 2022 ist. Und über diesen Artikel und die Heftigkeit und Haltlosigkeit der  Miller´schen Aussagen bin ich mir da etwas klarer geworden: es geht darum, abweichende Positionen zu diffamieren und möglichst zu einem Zustand (zurück) zu kommen, in dem man schön ungestört so mauscheln und werkeln kann, wie es einem am besten passt. Vordergründig zum Wohle Traunsteins. Vordergründig!
Ich bin mir bewusst, dass ich mich in meiner Reaktion auf den Artikel und die Aussagen von Herrn Miller von den mir wichtigen Prinzipien des fairen und kontroversen Diskurses abgewichen bin. 
Ich habe in diesem Fall aber gemäß dem Sprichwort gehandelt: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück!“